
2024 wurden weltweit etwa 604 Extremwetterereignisse gezählt, viele davon galten als ungewöhnlich oder beispiellos. Das EU-Projekt XAIDA wollte mit künstlicher Intelligenz klären, welche Rolle der Klimawandel dabei spielt. Mit maschinellem Lernen und Deep Learning stießen die Forschenden auf ein beunruhigendes Ergebnis: Hitzewellen nehmen in vielen Regionen schneller zu, als Klimamodelle vorhergesagt haben – und am Ende kannst du prüfen, wie gut du selbst mit Hitze klarkommst.
Extremwetterereignisse sind in den letzten Jahren häufiger und heftiger geworden. Das betrifft nicht nur die Umwelt, sondern auch die Sicherheit der Menschen.
Die Zahlen sind deutlich: 2024 ereigneten sich weltweit etwa 604 solcher Ereignisse. Viele davon wurden als ungewöhnlich und sogar als beispiellos eingestuft.
Der Zusammenhang mit dem Klimawandel scheint eng zu sein. Doch wie genau es dazu kommt, dass solche Ereignisse immer stärker und komplexer werden, ist noch nicht vollständig verstanden. Genau hier setzt das Projekt XAIDA an.
XAIDA ist ein von der EU finanziertes Projekt. Es vereint 16 Partner aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Statistik und Klimamodellierung.
Ziel war es, datengesteuerte Methoden zu entwickeln, die die Rolle des Klimawandels bei Extremwetterereignissen aufdecken. Außerdem wurden Interessengruppen einbezogen, damit die Ergebnisse in Risikobewertungen und Anpassungsstrategien einfließen können.
Das Konsortium entwickelte Werkzeuge für maschinelles Lernen, Techniken der kausalen Inferenz und Systeme zur Ereigniserkennung. Ein wichtiges Einsatzfeld waren Hitzewellen.
Dafür nutzte das Team variationale Autoencoder, also eine Technik des Deep Learning, um zu verstehen, wie sich extreme Hitze im Zuge des Klimawandels entwickelt. Das Ergebnis gibt zu denken.
„Im Laufe des Projekts haben wir festgestellt, dass Hitzewellen in vielen Regionen schneller ansteigen, als von Klimamodellen vorhergesagt. Das ist eine wichtige Erwägung“, sagt Projektkoordinator Dim Coumou.
Aus der Arbeit von XAIDA sind konkrete Ergebnisse hervorgegangen:
Darüber hinaus veröffentlichten die beteiligten Forschenden über 100 wissenschaftliche Arbeiten.
Eine der größten Herausforderungen betraf die KI selbst. Ihre Ergebnisse müssen nachvollziehbar und vertrauenswürdig sein, sonst helfen sie der Wissenschaft wenig.
XAIDA kombinierte deshalb traditionelle Methoden wie Klimamodelle und statistische Analysen mit neuen KI-Methoden. So ließen sich die Ergebnisse gegenseitig auf Plausibilität prüfen.
Gerade diese Verbindung von bewährten und neuen Verfahren macht die Ergebnisse belastbar – die KI wird nicht zur Blackbox, sondern zu einem überprüfbaren Werkzeug.
Coumou betont, dass XAIDA nicht allein dasteht: „XAIDA ist Teil einer weitaus größeren Welle von KI-Innovationen in der Klimawissenschaft in den vergangenen Jahren gewesen; die KI hat während der Laufzeit des Projekts immens an Fahrt gewonnen. Nun verfügen wir über globale KI-Wettervorhersagemodelle, die der Forschungsgemeinschaft tatsächlich neue Möglichkeiten eröffnen.“
Für Studierende zeigt das Projekt, wie eng Klimaforschung heute mit Datenanalyse, Statistik und Informatik verbunden ist.
Bemerkenswert ist auch die Breite des Ansatzes: Statistik, Klimamodelle und maschinelles Lernen arbeiten hier nicht nebeneinander, sondern in einem gemeinsamen Konsortium an denselben Fragen. So entsteht ein Werkzeugkasten, der von der Erkennung einzelner Extremereignisse bis zur Analyse von Ursache und Wirkung reicht.
XAIDA brachte künstliche Intelligenz, Statistik und Klimamodellierung zusammen, um Extremwetter besser zu verstehen. Das Projekt zeigte, dass Hitzewellen in vielen Regionen schneller zunehmen, als Klimamodelle vorhergesagt haben, und lieferte die Werkzeuge AIDE, CAUSEME und GreenEarthNet. Die Kombination aus klassischen Methoden und KI machte die Ergebnisse überprüfbar und damit vertrauenswürdiger.
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