KI-gesteuerte Überprüfungen sollen die Sicherheit an den Grenzen der EU und den Verkehrsfluss verbessern

Hochmoderne Technologien werden in Kürze an vier EU-Landgrenzübergängen erprobt. Dies hat zum Ziel, die Grenzabfertigung für gesetzestreue Reisende zu beschleunigen und potenzielle Kriminelle mithilfe von Lügendetektortests dingfest zu machen.

Der Verkehr über die Außengrenzen der EU nimmt zu, wie auch die Bedrohung durch illegale Einwanderung. Jedes Jahr kommen 700 Mio. Menschen in die EU, eine enorme Belastung für die Grenzbehörden, die sich an strenge Sicherheitsprotokolle halten und gleichzeitig für einen reibungslosen Verkehrsfluss in die EU sorgen müssen. Aufgrund von zunehmendem internationalem Handel und ausgereifteren kriminellen Vorgehensweisen werden Grenzkontrollen immer anspruchsvoller. Daher müssen die Behörden einen schnellen und effizienten Grenzabfertigungsprozess vorgeben, während sie auch die Sicherheit der Grenzübergänge gewährleisten.

Das EU-finanzierte Projekt iBorderCtrl (Intelligent Portable Border Control) entwickelt ein zweistufiges Verfahren, das die Abfertigung an Landgrenzübergängen beschleunigen soll, während gleichzeitig die Sicherheit durch die Verwendung einer Kombination verschiedener hochmoderner Technologien verbessert wird. Das iBorderCtrl-System hat zum Ziel, die Zeit, die gesetzestreue Bürger aus Nicht-EU-Ländern an Grenzübergängen verbringen müssen, zu verkürzen, während zusätzliche Lügendetektortechnologie eingesetzt wird, um die Grenzschutzbeamten dabei zu unterstützen, illegale Einwanderer zu entlarven und Kriminalität und Terrorismus zu verhindern.

„Wir setzen bestehende und bewährte aber auch neue Technologien ein um die Grenzschutzbeamten zu befähigen die Genauigkeit und Effizienz von Grenzkontrollen zu verbessern“ so der Projektkoordinator George Boultadakis von European Dynamics Luxembourg in einem Artikel der auf der Website der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Die verwendeten Technologien umfassen ein automatisches System zur Feststellung von Täuschungsversuchen biometrische Überprüfungen (Fingerabdruck und Handflächenvenenscans) Gesichtserkennung Dokumentenauthentifizierung und ein Werkzeug zur Detektion verborgener Personen. Darüber hinaus werden auch integrierte Grenzkontrollanalytik Risikobewertung und ein System verwendet das die Daten der Reisenden mit den sozialen Medien oder Vorgängersystemen abgleicht. Auf der Projektwebsite wird angeben dass iBorderCtrl diese Technologien einsetzen wird um „Daten zu sammeln die über die personenbezogene Biometrik hinausgehen und sich den Biomarkern der Täuschung zuwenden.“

Das zweistufige Verfahren

Vor ihrer Ankunft an der Grenze laden die Reisenden alle relevanten Reisedokumente mithilfe ihrer Mobiltelefone, Tablets oder Computer in ein Online-System hoch. Ein Avatar stellt den Reisenden dann eine Reihe von Fragen und ihre nichtverbale Mikromimik wird analysiert, um zu bestimmen, ob sie lügen oder nicht. Um die Genauigkeit des Systems zu verbessern, passt sich der Avatar an das Geschlecht und die Sprache des Reisenden an. Die Grenzschutzbeamten werden auf potenziell illegale Grenzüberschreitungen aufmerksam gemacht, damit sie detaillierte Überprüfungen durchführen können.

Die zweite Phase des Verfahrens findet an der Grenze statt. Reisende, denen im Vorhinein ein geringes Risiko zugeschrieben wurde, werden einer kurzen erneuten Überprüfung ihrer Dokumente unterzogen. Biometrische Überprüfungen werden zur Identitätsprüfung verwendet. Bei Reisenden, die die Grenze mit einem Fahrzeug überschreiten, werden zusätzliche Überprüfungen durchgeführt, um festzustellen, ob im Fahrzeug weitere Menschen verborgen sind.

Testläufe des iBorderCtrl-Systems beginnen in Kürze an Landgrenzübergängen in Griechenland, Lettland und Ungarn. Im Laufe der nächsten sechs Monate werden die drei Partnerländer die Technologie an vier verschiedenen Grenzübergängen erproben.

Weitere Informationen:
iBorderCtrl-Projektwebsite

veröffentlicht: 2019-02-08
Datum der letzten Änderung: 2019-02-11
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